Die Gründung eines Investmentclubs

12. Dezember 2016 | Wissenswertes
Geschätzte Lesezeit: 1 Minuten

Wer zusammen mit anderen Personen gemeinsam Kapital anlegen will, hat sich bei der Vereinigung zu einem Investmentclub an die gesetzlichen Vorgaben nach dem Kapitalanlagengesetz (KAGB) bzw. nach dem Kreditwesengesetz (KWG) zu halten.

Ein Investmentclub wird normalerweise als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet. Gemäß § 705 BGB versteht man darunter den Zusammenschluss von mindestens zwei Gesellschaftern, die – verbunden durch einen Gesellschaftsvertrag – ein gemeinsames Ziel verfolgen: In diesem Fall also die gemeinsame Anlage und die Verwaltung von Kapital. Dagegen werden in einem Sparclub (z.B. in einer Kneipe) lediglich geringe Beträge gespart – also in einem Behältnis aufbewahrt – und jährlich komplett ausgezahlt. Außerdem handelt es sich dabei meist um einen losen Zusammenschluss und nicht um eine offizielle Gesellschaft bzw. Verein. Vom Finanzdienstleister unterscheidet sich der Investmentclub durch seine aktive Teilnahme. Das bei einem Finanzdienstleister eingezahlte Kapital soll zwar auch investiert und vermehrt werden – aber auf welche Weise entscheiden Andere. Welche Investition getätigt wird, entscheiden im Falle des Investmentclubs die kapitalgebenden Mitglieder selbst.

Die Beweggründe für eine Mitgliedschaft in einem Investmentclub sind vielfältig:

  1. Ein Grund kann die gegenseitige Unterstützung sein. Fehlt die Erfahrung, hemmt das die Bereitschaft zu spekulieren. Innerhalb eines Investmentclubs profitiert Jeder vom Wissen des Anderen und kann Erfahrungen sammeln. Man lernt gegenseitig voneinander.
  2. Jede Kapitalanlage ist mit einem gewissen Risiko behaftet. Durch die gemeinsame Investition des Investmentclubs wird dieses Risiko auf alle Mitglieder verteilt und somit für jeden Einzelnen verringert.
  3. Da einige Fonds erst ab einer bestimmten Investitionssumme zugänglich sind, vervielfachen sich die Anlagemöglichkeiten eines Kleinanlegers innerhalb eines Investmentclubs.
  4. Bei der Berechnung der Gebühren nach Ordervolumen kann mit Hilfe des Investmentclubs eine Gebührenoptimierung stattfinden.
Nach dem KWG ist ein Investmentclub dann als erlaubnisfrei anzusehen, wenn nicht mehr als 50 Mitglieder vorhanden sind, die aus ihren Reihen einen Geschäftsführer wählen. Außerdem dürfen die eingezahlten Gelder der Mitglieder nicht die Höhe von 500.000 € übersteigen. Allerdings sind davon die Kursgewinne und Kursverluste der Clubmitglieder ausgenommen – unabhängig davon, ob diese wieder angelegt werden. Dabei ist der Investmentclub Inhaber der Konten.

 
Weiterlesen auf der Vereinslupe

Weiterlesen auf der Vereinslupe:

Themenseiten zu diesem Artikel:
Weitere Beiträge aus diesem Rechtsgebiet: Wissenswertes

 

Zum Seitenanfang