Beitragsbemessungsgrenzen der Krankenversicherungen

In Deutschland besteht für alle Personen eine Versicherungspflicht. Dabei gilt, dass alle Angestellten bis zu einem Gehalt von monatlich 3750 Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind. Wer darüber hinaus verdient, kann sich entweder freiwillig gesetzlich versichern oder in eine private Krankenkasse (PKV) wechseln.

Beitragsbemessungsgrenzen der Krankenversicherungen

Ausnahmen:
Für Künstler, Selbstständige, Beamte und niedergelassene Ärzte gilt die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung nicht. Auch für Studenten gibt es bei vielen privaten Krankenversicherungen einen gesonderten Tarif, sodass sie sich von der Versicherungspflicht befreien lassen können.

Auch bei Familienangehörigen eines privat Versicherten greift die Beitragsbemessungsgrenze nicht, sofern sie nicht selber einer Arbeit nachgehen.

Beitragsbemessungsgrenze und ihre Auswirkungen

Die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze bestimmt, wer sich in der PKV versichern kann. Zudem wird durch sie der Arbeitgeberzuschuss zu den Krankenversicherungsbeiträgen ermittelt.
Die Formel dazu lautet:
Beitragsbemessungsgrenze * prozentualer Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung entspricht dem Arbeitgeberzuschuss, derzeit heißt das: 3750 Euro * 7,3% = 273,75 Euro

Wenn sich die Grenze zum Jahreswechsel ändert, so sollte der Versicherungsnehmer bei seinem Arbeitgeber rechtzeitig die Arbeitgeberbescheinigung zur PKV einreichen, damit die Änderungen übernommen werden können.

Regelungen zur Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenze wird vom Bundesministerium für Gesundheit jeweils zum 01.01. eines Jahres bekanntgegeben (siehe dazu § 257 Abs. 2a SGB V). Sie wird ermittelt, indem das durchschnittliche Einkommen aus abhängiger Beschäftigung im vergangenen Jahr mit der entsprechenden Kennzahl aus dem vorletzten Jahr verglichen wird (§68 Abs.2 S.1 und Anlage 1 SGB VI). Je nach Entwicklung der Löhne entsteht so eine Erhöhung oder Senkung der Beitragsbemessungsgrenze.

Die Beiträge zu Arbeitslosen-, Renten-, Pflege- und gesetzlicher Krankenversicherung werden entsprechend ihrem Prozentsatz nur bis zu dieser Obergrenze berechnet. Das Gehalt, was über der Grenze liegt, wird bei der Berechnung nicht berücksichtigt.

Es existiert jedoch ebenso eine Untergrenze. Für Personen, die mit ihrem monatlichen Einkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze liegen, meist ALG II Empfänger oder geringfügig Beschäftigte, übernimmt der Staat den Arbeitnehmeranteil an den entstehenden Kosten.

Steuerliche Auswirkungen

Die Höhe der Vorsorgepauschale, die in der Steuererklärung berücksichtigt wird, ist seit 2004 auch wieder an die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze gekoppelt, siehe hierzu auch „Private Krankenversicherung von Steuer absetzen

Kritikpunkte

Viele Experten kritisieren, dass die Beitragsbemessungsgrenze zu einer unterschiedlichen Belastung von Familien führt. So zahlen Familien, in denen beide Ehepartner arbeiten, höhere Beiträge, als Familien mit nur einem Verdiener, sofern das Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, obwohl das gesamte Familieneinkommen gleich ist. Dies liegt daran, dass sich die Beitragsbemessungsgrenze auf Einzelpersonen bezieht.

Beitragsbemessungsgrenzen auch in anderen EU-Staaten

Die Beitragsbemessungsgrenze kennt man nicht nur in Deutschland, viele andere EU-Staaten benutzen ein ähnliches System. So übernimmt zum Beispiel in Österreich die Höchstbeitragsgrundlage zur Sozialversicherung eine ähnliche Funktion.