Was hat ein Verein mit Steuern zu tun?

Ein Verein existiert nicht außerhalb jeder Ordnung. Auch er hat sich an die Gesetze und Vorschriften zu halten. Dazu zählt auch das Steuerrecht.

Was hat ein Verein mit Steuern zu tun?

Die Kenntnis der wichtigsten Steuervorschriften ist für Vereine notwendig und nützlich. Das haben auch die Bundesländer erkannt und bieten – wie z.B. das Bayerische Staatsministerium für Finanzen – eine Broschüre an, die Verantwortliche dabei unterstützen soll, Schwierigkeiten zu vermeiden und Vergünstigungen wahrzunehmen. Die “Steuertipps für Vereine” bieten nach Meinung des Ministeriums hierzu einen Einstieg. Wenn sich ein Verein in gar keiner Weise um das Themengebiet Steuerrecht kümmert, kann das weitreichende Folgen haben. Auch ein steuerbegünstigter Verein kann mit den verschiedensten Steuerarten in Berührung kommen. Unterschiede zwischen den rechtsfähigen eingetragenen und den nichtrechtsfähigen nichteingetragenen Vereinen gibt es dabei nicht. Ist ein Verein erst einmal ins Visier der Steuerfahndung geraten, kann letztlich sogar seine Existenz bedroht sein.

Ein Verein kann die Anerkennung als gemeinnützige Körperschaft anstreben. Dadurch gelangt der Verein in den Genuss vieler Steuervorteile. Aber auch seine Förderer haben z.B. duch den Spendenabzug steuerliche Vergünstigungen. Nicht zu vergessen ist die Steuerbefreiung für Aufwandsentschädigungen bei seinen nebenberuflichen Mitarbeitern. Die Voraussetzungen, unter denen die Finanzämter eine Körperschaft als steuerbegünstigt anerkennen, sind in den §§ 51 bis 68 der Abgabenordnung geregelt. Für die Gemeinnützigkeit ist die Eintragung in das Vereinsregister keine Voraussetzung. Eingetragene und nichteingetragene Vereine werden steuerlich gleich behandelt.

Ein Verein verstößt gegen das Gebot der Selbstlosigkeit und kann folglich nicht als steuerbegünstigt anerkannt werden, wenn er seinen Mitgliedern Zuwendungen in Form von Geld- und Sachwerten zukommen lässt. Lediglich Zuwendungen, die mit einer Ehrung des Mitglieds z.B. für langjährige Mitgliedschaft, verbunden sind, sind erlaubt. Genauso gibt es die Möglichkeit der Aufwandsentschädigung, mit der ein steuerbegünstigter Vereine den Aufwand ersetzt, der den Mitgliedern in Vereinsangelegenheiten entsteht. Eine „echte“ Aufwandsentschädigung, die auf die tatsächlich entstandenen Sachkosten begrenzt ist, ist stets zulässig. Pauschale Aufwandsentschädigungen über den tatsächlich entstandenen Sachaufwand hinaus sind nur dann zulässig, wenn das entschädigte Mitglied über seine allgemeinen Pflichten als Mitglied hinaus für den Verein tätig geworden ist, beispielsweise als Vorstandsmitglied oder Platzwart.

Darüber hinaus können steuerbegünstigte Vereine auch ein Arbeitsverhältnis mit einem Mitglied eingehen und ein entsprechendes Gehalt zahlen. Das Anstellungsverhältnis sollte notwendig und das Gehalt nicht unverhältnismäßig hoch sein. In einem solchen Fall muss der Verein sämtliche Arbeitgeberpflichten beachten.