Die Steuerehrlichkeit fördern

Wie steht es mit der Steuerehrlichkeit in Deutschland? Mit dem Auftauchen diverser Steuer CDs hat man den Eindruck gewonnen, das ganze Land wird nervös. Ein Ergebnis war ein enormer Anstieg von Selbstanzeigen bei den hiesigen Finanzämtern. Das schlechte Gewissen oder auch die Angst vor einer Steuer CD, die auch die eigenen Daten enthält, hat die Betroffenen zu dem „kleineren Übel” der Selbstanzeige getrieben.

Die Steuerehrlichkeit fördern

Man könnte den Eindruck gewinnen, die Steuerhinterziehung gehört(e) zum guten Ton und ist als Kavaliersdelikt einzuordnen. Dem tritt das Bundesfinanzministerium entschieden entgegen und betont, dass Jeder Steuern zahlen muss. So ist es ein Grundsatz in unserem Steuersystem, alle Bürger angemessen und gerecht zu besteuern – das heißt entsprechend ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Denn wer mehr hat, kann auch mehr zur Finanzierung staatlicher Aufgaben beitragen. Das ist die Idealvorstellung.

Auch ein Verein steht nicht außerhalb dieser Finanzordnung und hat Steuern zu zahlen. Allerdings gibt es einige Möglichkeiten, die eine Minimierung der Steuerlast zur Folge haben. So bringt die Anerkennung eines Vereins als gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Körperschaft (steuerbegünstigte Körperschaft) viele Steuervorteile mit sich. Steuerliche Vergünstigungen gibt es nicht nur für den Verein selbst, sondern auch bei seinen Förderern durch Spendenabzug und bei seinen nebenberuflichen Mitarbeitern duch Steuerbefreiung für Aufwandsentschädigungen. Es ist also nicht „notwendig”, Steuern zu hinterziehen, denn es gibt genügend legale Möglichkeiten, die Steuerlast zu verringern. Um wirklich alle Mittel auszuschöpfen, mag es sinnvoll sein, einen Profi (Rechtsanwalt bzw. Steuerberater) zu Rate zu ziehen.

Die Botschaft, die das Bundesfinanzministerium jedem vermitteln will: Steuerhinterziehung ist strafbar und lohnt sich letztenendes nicht. Immer weitere tagesaktuelle Meldungen zeigen, dass der Steuerflucht mit diversen Abkommen entgegengewirkt wird. So hat das Bundeskabinett am 29. Mai 2013 die Unterzeichnung des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Förderung der Steuerehrlichkeit bei internationalen Sachverhalten beschlossen. Wie das Bundesfinanzministerium mitteilt, wird damit ein weiteres deutliches Signal im Rahmen der internationalen Initiativen hin zu mehr Transparenz und Steuerehrlichkeit gesetzt. Durch das Abkommen soll ausgeschlossen werden, dass durch die Einschaltung ausländischer Finanzinstitute oder Finanzdienstleister Steuern hinterzogen werden können. Die Unterzeichnung des Abkommens ist für den 31. Mai 2013 in Berlin vorgesehen.