Lärmschutz gegen die Sportanlagen

Die Probleme, die örtliche Sportvereine immer wieder mit ihren “lärmempfindlichen” Nachbarn haben, trifft manchmal auch “die Großen”. Ein solcher Fall war jetzt der Streit um das neue Fußballstadion des SC Paderborn 07:

Lärmschutz gegen die Sportanlagen

Vor dem Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster blieb jetzt eine Nachbarklage gegen das Paderborner Fusballstadion (“Energieteam Arena”) ohne Erfolg, das Oberverwaltungsgericht hat die Anträge dreier Nachbarn des Fußballstadions auf Zulassung der Berufung gegen die klageabweisenden Urteile des Verwaltungsgerichts Minden abgelehnt.

Die klagenden Nachbarn hatten gegen die Baugenehmigung zur Errichtung des Fußballstadions insbesondere eingewandt, dass es anlässlich der Ligaspiele des SC Paderborn 07 an ihren Grundstücken zu unzumutbaren Lärmbeeinträchtigungen während der abendlichen Ruhezeit zwischen 20 Uhr und 22 Uhr, aber auch zur Nachtzeit nach 22 Uhr komme. Lautstarkes Zuschauerverhalten führe zu Überschreitungen des maßgeblichen Immissionsrichtwerts.

Dieser Argumentation ist erstinstanzlich schon das Verwaltungsgericht Minden nicht gefolgt. Und auch das Oberverwaltungsgericht ließ dieses Argument nicht gelten: Spiele während der Abendstunden wie das “Montagsspiel” der Zweiten Bundesliga seien als seltene Ereignisse im Sinne der Sportanlagenlärmschutzverordnung anzusehen. Diese privilegiere die Verordnung durch erhöhte Immissionsrichtwerte, so dass Richtwertüberschreitungen aufgrund des genehmigten Stadionbetriebs während der Ruhezeit nicht zu erwarten seien. Da die Baugenehmigung die Betriebszeit des Stadions für Fußballspiele mit Publikum auf 22 Uhr beschränke, sei zudem auszuschließen, dass der Richtwert für die Nachtzeit nicht eingehalten werde.

Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 18. März 2011 – 2 A 2579/09, 2 A 2580/09, 2 A 2581/09