Wenn der Verein vor der Pleite steht

15. März 2017 | Vereinsrecht
Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Die öffentlichen Zuschüsse für Vereine werden immer weniger, die Ausgaben steigen und die Einnahmen sinken. Immer mehr Vereine stehen vor der Pleite. Im folgenden Artikel erklären wir Ihnen was Sie als Vorstand zu tun haben und wie Ihnen schon ein wenig Grundverständnis vom Insolvenzrecht helfen kann. Denn schon vor, dass der Verein vor der eigentlichen Pleite steht, sollte der Vorstand aktiv werden. Denn dieser trägt die Verantwortung dafür, wenn es zur Insolvenzverschleppung kommt. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unteranderem auch auf dieser Seite.

Wenn der Verein nicht mehr in der Lage ist seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, ist der Vorstand verpflichtet, dies dem zuständigen Amtsgericht zu melden. Wenn der Vorstand hierbei zu zaghaft handelt, kann er infolgedessen als Gesamtschuldner gegenüber den Gläubigern haften (§ 42 Abs. 2 BGB). Dabei kann auch Ihr privates Vermögen angetastet werden. Die Anmeldung der Insolvenz ist dann vorzunehmen, wenn eine Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit vorliegt. Überschuldung liegt dann vor, wenn das Vereinsvermögen nicht mehr ausreicht um bestehende Verbindlichkeiten zu begleichen und dies zur Folge hat, dass der Verein nicht mehr weitergeführt werden kann. Wenn es sich jedoch lediglich um einen Engpass handelt, der in relativ kurzer Zeit überbrückt wird, muss keine Insolvenz angemeldet werden. Eine Zahlungsunfähigkeit liegt dann vor, wenn die laufenden Verbindlichkeiten nicht mehr gedeckt werden können. Das heißt, dass Rechnung nicht fristgerecht bezahlt werden können. Als Vorstandsmitglied schützt Unwissenheit nicht vor den Konsequenzen. Daher ist es in Ihrem eigenen Interesse den finanziellen Stand Ihres Vereins regelmäßig zu überprüfen.

Vorgehensweise

Bei einer drohenden Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit, sollten Sie gemeinsam mit dem restlichen Vorstand überlegen, ob Sie einen Insolvenzantrag stellen. Wenn Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit bereits vorliegen, sollten Sie nicht zögern zu handeln. Der Insolvenzantrag sollte unverzüglich beim zuständigen Amtsgericht gestellt werden. Der Antrag kann formlos gestellt werden. Damit er jedoch wirksam ist, sollte er schriftlich gestellt werden. Sie können sich in solchen Fällen von einem Rechtsanwalt beraten lassen. Zur Antragsstellungen benötigen Sie einige Unterlagen. Eine Übersicht des Vereinsvermögens, eine Liste der Verbindlichkeiten mit dem jeweiligen Betrag und dem jeweiligen Gläubiger sowie eine Liste der Schuldner mit Angabe der jeweiligen Höhe der Forderungen. Wird das Insolvenzverfahren vom Gericht eröffnet, wird der Verein gem. § 42 Abs. 1 BGB aufgelöst. Er bleibt jedoch weiterhin rechtsfähig und wird vom Vorstand vertreten. Es gelten weiter die gesetzlichen Bestimmungen zum Vereinsrecht. Der Verein erlischt erst, wenn das Vereinsvermögen im Rahmen des Insolvenzverfahrens verteilt wurde und das Verfahren abgeschlossen ist. Der Verein erlischt auch dann, wenn es nichts mehr zu verteilen gibt und das Insolvenzverfahren mangels Masse eingestellt wird.

 
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