Steuerpflichtiges Sponsoring

Ein Problem ein wohl alle Sportvereine: wie finanzieren wir unsere Sportanlagen? Wie finanzieren wir die Fahrten zu den Wettkämpfen? Wie finanzieren wir die Ausrüstung unserer Sportler?

Steuerpflichtiges Sponsoring

Ein Ausweg bietet hier regelmäßig das so genannte Sponsoring. Und welcher Verein würde schon Nein sagen wenn ein Werbepartner – zum Beispiel ein örtliches Unternehmen – eine Geldzuwendungen in Aussicht stellt?

Die Arten der im Gegenzug hierfür zu erbringen habe Leistungen sind vielfältig: sei es das im Vereinshaus auf der Sportanlage angebrachte Werbebanner des Sponsors, sei es dass Sponsorenlogo auf der Einladung oder dem Programmheft, das Werbebanner im Internetauftritt oder dass Sponsorenlogo auf den Vereinstrikots.

Zu beachten ist für den Verein jedoch, dass diese Sponsorenleistungen für ihn steuerpflichtig sind. Betreibt ein gemeinnütziger Sportverein eine aktive Werbetätigkeit, so sieht das Finanzamt hier regelmäßig einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, der bei überschreiten der Freigrenzen zu einer Körperschaftsteuerpflicht führt.

So hat etwa der Bundesfinanzhof bereits im Jahr 2007 entschieden, dass die erhaltenen Sponsorengelder bei einem gemeinnützigen Verein Körperschaftsteuer sind wenn der Verein Gegenzug für den Sponsoren Werbeanzeigen in der Vereinszeitung schaltet, oder bei Veranstaltungen einen Infostand betreibt. Doch es kommt noch schlimmer: diese Einnahmen sind nicht nur Körperschaftsteuer, sie unterliegen auch der Umsatzsteuer, und das sogar mit dem regulären Satz von derzeit 19 %.

Auch die Finanzverwaltung hat in ihrem Sponsoring-Erlass grundsätzliche Aussagen  zur ertragsteuerlichen Behandlung des Sponsorings beim Sponsor und beim Empfänger der Leistungen Stellung genommen. Hiernach liegt kein steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb vor, wenn der Verein dem  Sponsor nur die Nutzung seines Namens in der Weise gestattet, dass der Sponsor selbst zu Werbezwecken oder zur Imagepflege auf seine Leistungen an den Verein hinweist. Ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb liegt des Weiteren auch dann nicht vor, wenn der Verein z. B.  auf Plakaten, Veranstaltungshinweisen, in Ausstellungskatalogen oder in anderer Weise lediglich auf die Unterstützung durch den Sponsor hinweist. Dieser Hinweis kann auch unter Verwendung des Namens, Emblems oder Logos des Sponsors erfolgen, solange keine besondere Hervorhebung des Sponsors erfolgt. Ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb liegt dagegen stets dann vor, wenn der Verein an den Werbemaßnahmen mitwirkt.

Andererseits stellt es zum Beispiel nach einer Entscheidung des Finanzgerichts Köln 1 keine steuerpflichtige Wärmeleistung des Vereins da, wenn seine Jugendabteilungstrikots benutzt, die von einem Sponsoren – mit seinem Werbeaufdruck versehen – zur Verfügung gestellt wurden. Hier war das Finanzgericht davon ausgegangen, dass von den Jugendtrikots keine Werbewirkung ausging. Außerdem bestand in dem konkreten Fall auch keine vertragliche Verpflichtung des Vereins, diese Trikots Beispiel auch tatsächlich zu tragen.

Sie merken: in diesem Bereich des Sponsorings liegt ein großes Steuerliches Problem. Eine gute steuerliche Beratung kann Ihnen hier viel Geld sparen.

  1. FG Köln – 11 K 827/03 []