Der ein­ge­tra­ge­ne Ver­ein – und sein wirt­schaft­li­cher Geschäfts­be­trieb

Nach Prü­fung der kon­kre­ten Ver­hält­nis­se ist die Ein­lei­tung eines Amts­lö­schungs­ver­fah­rens des ein­ge­tra­ge­nen Ver­eins Fuß­ball-Club Bay­ern, Mün­chen abge­lehnt wor­den.

Der ein­ge­tra­ge­ne Ver­ein – und sein wirt­schaft­li­cher Geschäfts­be­trieb

So hat das Amts­ge­richt Mün­chen, Regis­ter­ge­richt, in dem hier vor­lie­gen­den Fall des FC Bay­ern Mün­chen ent­schie­den. Im Ver­eins­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wer­den ledig­lich nicht-wirt­schaft­li­che Ver­ei­ne (§§ 21, 22 BGB) zur Erlan­gung der Rechts­fä­hig­keit, wobei die­se Eigen­schaft (Nicht-Wirt­schaft­lich­keit) nach der Ein­tra­gung nicht weg­fal­len darf, son­dern wei­ter­hin gege­ben sein muss. Der FC Bay­ern Mün­chen ist unter VR 2463 („Fuß­ball-Club Bay­ern, Mün­chen ein­ge­tra­ge­ner Ver­ein“) beim Amts­ge­richt Mün­chen, Regis­ter­ge­richt, ein­ge­tra­gen. Ein Pro­fes­sor der Rechts­wis­sen­schaf­ten hat nun gemäß § 24 FamFG die Ein­lei­tung eines Ver­fah­rens wegen Rechts­form­ver­feh­lung nach § 395 FamFG ange­regt. Er behaup­tet, der Fuß­ball-Club betä­ti­ge sich in einem Maße wirt­schaft­lich, dass sei­ne ideel­le Betä­ti­gung dem­ge­gen­über unter­ge­ord­net sei.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Amts­ge­richt Mün­chen auf eine Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs [1] hin­ge­wie­sen, in der eine Aus­la­ge­rung wirt­schaft­li­cher Tätig­kei­ten von Ver­ei­nen auf Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten grund­sätz­lich für zuläs­sig gehal­ten wird (sog. Neben­zweck­pri­vi­leg).

Im Fall des Fuß­ball-Club Bay­ern Mün­chen wur­den die kon­kre­ten Ver­hält­nis­se geprüft. Es besteht eine Betei­li­gung an einer Kapi­tal­ge­sell­schaft, der FC Bay­ern Mün­chen AG. Unter Berück­sich­ti­gung der kon­kre­ten Umstän­de die­ser Betei­li­gung hat das Amts­ge­richt Mün­chen im Rah­men der Ein­zel­fall­prü­fung die Ein­lei­tung eines Amts­lö­schungs­ver­fah­rens hier abge­lehnt. Ein Rechts­mit­tel gegen die­se Ent­schei­dung gibt es nicht.

Amts­ge­richt Mün­chen, Pres­se­mit­tei­lung vom 16. Sep­tem­ber 2016

  1. BGH, Urteil vom 29.09.1982 – I ZR 88/​80[]