Das Feuerwerk zum Vereinsfest

Nachdem der Legende nach der Mönch Berthold Schwarz das Schießpulver erfunden hatte, gelangte die Kunst des Feuerwerkens von Italien ausgehend schnell auch zu uns und es setzte ein Wetteifern um das prächtigste Feuerwerk, um das prächtigste Farbenspektakel ein.Auch heute noch ist ein Feuerwerk stets ein Höhepunkt für viele Festlichkeiten, warum also nicht auch für das nächste Schützenfest?

Das Feuerwerk zum Vereinsfest

Das Feuerwerk und das Sprengstoffgesetz[↑]

Doch bei der Planung und Durchführung sind einige rechtlichen Vorschriften zu beachten. Der Umgang, mit Explosivstoffen – und dazu gehören auch alle Feuerwerkskörper – ist in Deutschland streng reglementiert. Wichtigstes Gesetz ist hier das Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe (Sprengstoffgesetz). Darüber hinaus sind aber auch z.B. die Regeln der Landes-Immissionsschutzgesetze zu beachten. Grundlegend für die Behandlung der diversen Feuerwerkskörper im Sprengstoffgesetz ist zunächst deren Einteilung in verschiedene Klassen.

Hier unterscheidet das Sprengstoffgesetz zunächst in Feuerwerksgegenstände für Vergnügungszwecke und für technische Zwecke. Die Feuerwerke werden sodann in weitere Klassen eingeteilt:

Die wohl meistbenutzten Feuerwerkskörper gehören zur Klasse II. Unter dieses Kleinfeuerwerk fallen nahezu alle für Privatpersonen zu Silvester erhältlichen Knallkörper, Raketen und Fontänen einschließlich der mehrschüssigen Feuerwerksbatterien. Alle Feuerwerkskörper der Klassen I, II und III sowie T1 und T2 bedürfen der Zulassung durch die Bundesanstalt für Materialforschung und ‑prüfung (BAM). Die entsprechende Zulassungsnummer ist auf den Feuerwerkskörpern oder der kleinsten Verpackungseinheit aufgedruckt, aus dieser Nummer ist auch die Klasse ersichtlich, in die der Feuerwerkskörper eingruppiert wurde. Feuerwerkskörper ohne BAM-Zulassung zählen stets zur Klasse IV. Privatpersonen ist nur der Erwerb von Feuerwerkskörpern der Klassen I und II erlaubt, für die Klassen III und IV bedarf es für den Erwerb einer Feuerwerker-Lizenz (Erlaubnis- oder Befähigungsschein), die unter anderem erst nach einer entsprechenden Sachkundeausbildung erteilt wird.

Ohne Feuerwerker-Lizenzen oder so genannte Ausnahmegenehmigungen dürfen das ganze Jahr über nur Feuerwerke der Klassen I (z.B. „Brummkreisel“ oder „Feuerringe“) und T1 (z.B. „Traumsterne“) abgebrannt werden. Diese Feuerwerksgegenstände können auch ganzjährig im einschlägigen Fachhandel erworben werden. Lediglich bei Feuerwerkskörpern der Klasse T1 können teilweise Einschränkungen gelten, die aber auf den Gegenständen vermerkt sein müssen. Soll’s etwas mehr sein, müssen Feuerwerkskörper der Klasse II her, die im Sprengstoffgesetz allerdings restriktiver gehandhabt werden. So ist es nur an Silvester ab 18 Uhr bis Neujahr 1 Uhr erlaubt, Feuerwerkskörper der Klasse II abzubrennen. Im gesamten übrigen Jahr ist es dagegen grundsätzlich nicht zulässig, Feuerwerkskörper der Klasse II zu benutzen, und zwar unabhängig davon, ob es sich um öffentliche oder private Feierlichkeiten handelt, und selbst dann, wenn das Abbrennen auf privaten Grundstücken erfolgen soll. Gleiches gilt auch für den Verkauf dieser Feuerwerkskörper, der ebenfalls nur in den Tagen vor Silvester erlaubt ist.

Ausnahmegenehmigung[↑]

Außerhalb der Silvesterzeit ist das Abbrennen eines Kleinfeuerwerks der Klasse II nur mit einer Ausnahmegenehmigung gemäß § 24 Abs. 1 der 1. Verordnung zum Sprengstoffgesetz erlaubt. Diese Ausnahmegenehmigung kann formlos beim örtlichen Ordnungsamt beantragt werden. Hierzu werden Angaben benötigt zu Datum und Uhrzeit des Feuerwerks, zu Ort und Anlass des Feuerwerks sowie zur Anzahl der Feuerwerkskörper. Für die Erteilung der Ausnahmegenehmigung verlangt das Ordnungsamt eine Gebühr meist zwischen 10,- € für bis zu zehn Feuerwerkskörpern und 125,- € bei 150 Feuerwerkskörpern. Leider muss hierbei aber auch vermerkt werden, dass in einigen Städten eine solche Ausnahmegenehmigung nur zu seltenen Anlässen erteilt wird. Hat man eine Ausnahmegenehmigung erhalten, kann man hiermit bei jedem Feuerwerker oder im Fachhandel die für das Feuerwerk erforderlichen Feuerwerkskörper der Klasse II erwerben, wobei der Erwerb und das Abbrennen von Feuerwerken der Klasse II nur Erwachsenen erlaubt ist, also Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Bei der Planung des Feuerwerks ist dann noch zu beachten, dass in den Immissionsschutzgesetzen der einzelnen Bundesländer für das Abbrennen von Feuerwerken strikte zeitliche Grenzen gesetzt werden.

Gesamtdauer des Feuerwerks[↑]

So bestimmt etwa § 11 Landes-Immissionsschutzgesetz NW, dass die Gesamtdauer des Abbrennens eines Feuerwerks einen Zeitraum von 30 Minuten nicht überschreiten darf und um 22 Uhr beendet sein muss. Nur im Sommer darf es etwas später werden: mit Beginn der Sommerzeit darf das Feuerwerk bis 22:30 Uhr dauern, in den Monaten Mai, Juni und Juli sogar bis 23 Uhr. Bei Veranstaltungen von besonderer Bedeutung kann das örtliche Ordnungsamt ausnahmsweise spätere Endzeiten zulassen. Und wenn einem die Möglichkeiten nicht reichen, die einem die Feuerwerkskörper der Klasse II bieten, wenn man also mehr will als ein „typisches Sylvesterfeuerwerk“? Dann muss allerdings ein Profi-Feuerwerker her, denn alle Feuerwerkskörper der Klassen III, IV und T2 sind den Inhabern einer Feuerwerker-Lizenz (Erlaubnis- oder Befähigungsschein) mit einer aufwändigen Sachkundeausbildung vorbehalten.